Google-Bewertung löschen lassen: so läuft es Schritt für Schritt ab
Kein Hexenwerk, kein Juristendeutsch. Drei Schritte machst du selbst – den vierten macht Google. Beim ersten Mal brauchst du vielleicht eine Viertelstunde, ab der zweiten Bewertung bist du in fünf Minuten durch.
Was du vorher brauchst
Nicht viel – aber ohne diese drei Dinge geht es nicht:
- Zugriff auf dein Google-Unternehmensprofil. Also das Konto, mit dem dein Betrieb bei Google Maps und in der Suche eingetragen ist.
- Die Bewertung selbst. Am besten offen im Browser, damit du sie sichern kannst.
- Fünf ruhige Minuten. Kein Vorwissen, keine Software, kein Anwalt.
Die drei Schritte, die du selbst machst
Bewertung sichern & einordnen
Zuerst machst du einen Screenshot der Bewertung – als Beweis, falls der Verfasser sie später ändert oder löscht. Dann prüfst du mit der Checkliste, welcher Verstoß vorliegt:
- Keine echte Geschäftsbeziehung (häufigster und stärkster Fall)
- Falsche Tatsachenbehauptung
- Beleidigung oder Schmähkritik
- Fake oder Interessenkonflikt (Konkurrenz, Ex-Mitarbeiter, gekauft)
Dieser Schritt entscheidet über alles Weitere. Ein Antrag, der auf den falschen Verstoß zeigt, wird abgelehnt – auch wenn die Bewertung objektiv unfair ist.
Begründung im Generator erstellen
Du wählst im Löschbegründungs-Generator dein Szenario und beantwortest ein paar Fragen zu deinem Fall. Daraus entsteht eine Begründung, die auf die konkrete Google-Richtlinie Bezug nimmt, gegen die verstoßen wurde – und auf die deutsche Rechtslage. Genau das unterscheidet einen ernst genommenen Antrag von der wirkungslosen Ein-Klick-Meldung.
Löschantrag bei Google einreichen
Die Anleitung führt dich zum richtigen Beschwerdeformular – nicht zur Standard-Meldefunktion, die meist automatisiert abgebügelt wird. Du fügst deine Begründung ein und schickst ab. Einen Datei-Upload gibt es im Formular nicht – Belege legst du vor, wenn Google sie anfordert; den Screenshot aus Schritt 01 bewahrst du genau dafür auf. Aufwand: wenige Minuten.
Und dann? Der Teil, den Google übernimmt
Google prüft – und entscheidet
Google prüft den Fall und fordert den Bewerter bei bestrittener Geschäftsbeziehung zur Stellungnahme auf. Kann er den Kontakt nicht belegen oder liegt ein klarer Richtlinienverstoß vor, stehen die Chancen gut, dass die Bewertung entfernt wird.
Wie lange das dauert, lässt sich nicht vorhersagen – von wenigen Minuten bis zu einigen Wochen ist alles möglich. Die Entscheidung liegt allein bei Google. Niemand, der dir etwas anderes verspricht, kann das halten.
Wenn Google ablehnt
Eine Ablehnung ist kein Endpunkt. Sie bedeutet meistens, dass der Antrag den zuständigen Prüfer nicht überzeugt hat – nicht, dass dein Fall aussichtslos ist. Der Löschlotse zeigt dir, wie du gezielt nachfasst:
- Den Fall neu einordnen – oft passt ein anderer Verstoß besser
- Die Begründung nachschärfen und fehlende Belege ergänzen
- Googles interne Beschwerde und die kostenlose Streitbeilegung nach dem Digital Services Act nutzen
Nachfassen lohnt sich erfahrungsgemäß häufiger, als früh aufzugeben.
Wann sich der Antrag nicht lohnt
Damit du dir die Arbeit sparst, wenn sie nichts bringt: Nicht jede unangenehme Bewertung ist angreifbar. Keine Chance hast du bei
- sachlicher Kritik eines echten Kunden, auch wenn sie hart ausfällt
- einer Meinung, die dir nicht gefällt – Meinungsfreiheit gilt auch hier
- einer schlechten Note ohne Text von jemandem, der tatsächlich bei dir war
- berechtigten Beschwerden über Wartezeit, Preis oder Ergebnis
In diesen Fällen ist eine ruhige, sachliche öffentliche Antwort der bessere Weg. Auf Mitleser wirkt sie oft überzeugender als eine verschwundene Bewertung – und wie so eine Antwort aussieht, steht ebenfalls im Löschlotsen.
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