Kununu-Bewertung löschen: Die Anleitung für Arbeitgeber
Da knallt sie plötzlich in dein Profil rein: eine miese Bewertung auf Kununu. Ein Stern, ein paar giftige Sätze, und du fragst dich, ob das überhaupt jemand geschrieben hat, der wirklich bei dir gearbeitet hat. Willkommen im Club. Genau dieses Gefühl kennen ganz viele Arbeitgeber.
Das Fiese an Kununu: Die Plattform ist für Bewerber oft die erste Anlaufstelle. Bevor sich jemand bei dir bewirbt, googelt er dich, und Kununu steht meistens ganz weit oben. Eine einzelne, unfaire Bewertung kann dir also echte Kandidaten kosten. Kein schönes Gefühl.
Die gute Nachricht: Du bist der Sache nicht hilflos ausgeliefert. Bewertungen, die gegen die Kununu-Richtlinien oder gegen geltendes Recht verstoßen, kannst du melden und löschen lassen. Ich zeig dir hier Schritt für Schritt, wie das läuft, welche Bewertungen echte Chancen haben und was du tust, wenn Kununu sich querstellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht jede negative Bewertung ist löschbar. Eine ehrliche, kritische Meinung darf stehen bleiben, auch wenn sie wehtut.
- Gute Löschchancen hast du bei Beleidigungen, falschen Tatsachenbehauptungen, verratenen Betriebsgeheimnissen und Bewertungen von Leuten, die nie bei dir gearbeitet haben.
- Der Weg führt über die Beanstandung bei Kununu. Danach startet ein Prüfverfahren, bei dem auch der Verfasser eine Stellungnahme abgeben darf.
- Die Anonymität bleibt für dich bestehen, aber Kununu prüft im Hintergrund, ob der Bewertende glaubhaft machen kann, dass er wirklich Kontakt zu deinem Unternehmen hatte.
- Ein aktiv gepflegtes Arbeitgeberprofil ist der beste Schutz. Viele echte, positive Stimmen relativieren einen einzelnen Ausrutscher.
Warum Kununu für Arbeitgeber so heikel ist
Kununu funktioniert im Prinzip wie eine große Erfahrungsdatenbank für Jobs. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, aber auch Bewerber, geben Sternebewertungen ab und schreiben Kommentare zu Themen wie Gehalt, Führung, Arbeitsatmosphäre oder Work-Life-Balance. Daraus entsteht ein Gesamtscore, den jeder sofort sieht.
Und genau hier liegt der Haken. Die Bewertungen sind anonym. Der Verfasser muss seinen Namen nicht nennen, weder dir gegenüber noch öffentlich. Das ist gewollt, damit Mitarbeiter keine Angst vor Konsequenzen haben. Für dich als Arbeitgeber heißt das aber: Du weißt oft gar nicht, ob da ein echter Ex-Kollege schreibt oder ein frustrierter Bewerber, der die Absage nicht verkraftet hat. Oder schlimmstenfalls ein Wettbewerber.
Dazu kommt die Reichweite. Kununu rankt bei Google richtig gut. Wer deinen Firmennamen eingibt, landet schnell auf deinem Profil. Eine giftige Ein-Stern-Bewertung ganz oben wirkt da wie ein Schild mit der Aufschrift „Hier lieber nicht bewerben“. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, bevor du das einfach so hinnimmst.
Welche Bewertungen gegen die Kununu-Richtlinien verstoßen
Jetzt kommt der wichtigste Teil. Denn nicht jede Bewertung, die dir nicht passt, ist auch löschbar. Kununu und die Gerichte unterscheiden knallhart zwischen einer erlaubten Meinung und einem echten Verstoß. „Die Führung ist meiner Meinung nach schwach“ ist eine zulässige Meinung. Punkt. Das darf stehen bleiben, auch wenn du das anders siehst.
Aber es gibt klare Grenzen. Und wenn eine Bewertung diese Grenzen überschreitet, hast du echte Chancen. Das sind die vier häufigsten Fälle:
Keine echte Beziehung zum Unternehmen
Kununu erlaubt nur Bewertungen von Leuten, die tatsächlich mit deinem Unternehmen zu tun hatten, also aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter, Azubis oder Bewerber im laufenden Prozess. Wenn jemand nie bei dir war, nie ein Vorstellungsgespräch hatte, sondern einfach nur schlecht über dich schreiben will, dann ist das ein klarer Verstoß. Das ist einer der stärksten Löschgründe überhaupt, weil so eine Bewertung schlicht keine Grundlage hat.
Beleidigungen und Schmähkritik
Kritik ist erlaubt, Beleidigung nicht. Wenn ein Verfasser deinen Chef als „Idiot“ beschimpft oder mit Kraftausdrücken um sich wirft, die mit einer sachlichen Bewertung nichts mehr zu tun haben, dann rutscht das in den Bereich der Schmähkritik. Und die ist tabu. Hier geht es dem Verfasser nur noch ums Runtermachen, nicht mehr um eine ehrliche Einschätzung.
Falsche Tatsachenbehauptungen
Das ist der Klassiker und einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Eine Meinung kann nicht falsch sein, eine Tatsache schon. Wenn jemand behauptet „Die zahlen Gehälter ständig zwei Wochen zu spät“ oder „Da wird Überstundenbetrug betrieben“, dann sind das überprüfbare Tatsachenbehauptungen. Und wenn sie schlicht nicht stimmen, darf so etwas nicht behauptet werden. Der Unterschied ist entscheidend: „Ich fand die Bezahlung unfair“ ist Meinung, „Die haben mir mein letztes Gehalt nicht gezahlt“ ist eine Tatsache, die entweder stimmt oder eben nicht.
Betriebsgeheimnisse und interne Details
Manchmal packen frustrierte Ex-Mitarbeiter Dinge aus, die schlicht nicht in die Öffentlichkeit gehören: interne Zahlen, Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse, konkrete Namen von Kollegen. Auch das ist ein Verstoß. Weder darf jemand vertrauliche Interna ausplaudern, noch namentlich einzelne Personen an den Pranger stellen.
Woran du dich immer erinnern solltest: Es kommt nicht darauf an, ob die Bewertung schlecht ist, sondern ob sie unzulässig ist. Genau da setzt du an.
Das Kununu-Meldeverfahren Schritt für Schritt
Okay, du hast eine Bewertung, die deiner Meinung nach klar über die Grenze geht. Wie gehst du jetzt konkret vor? Der offizielle Weg läuft über die Beanstandung direkt bei Kununu. Ich hab dir das mal in klare Schritte zerlegt.
- Bewertung finden und dokumentieren. Mach als Erstes einen Screenshot. Bewertungen können verschwinden oder verändert werden, und du willst später belegen können, was genau da stand. Notier dir auch Datum und die genaue Formulierung.
- Meldefunktion nutzen. Bei jeder Bewertung findest du eine Option, sie zu melden oder zu beanstanden. Darüber startest du das Verfahren. Als Arbeitgeber machst du das am besten über dein verifiziertes Unternehmensprofil.
- Verstoß konkret begründen. Und das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Es reicht nicht zu schreiben „Die Bewertung ist unfair“. Du musst genau sagen, welche Aussage gegen welche Regel verstößt. Also zum Beispiel: „Die Aussage X ist eine falsche Tatsachenbehauptung, weil in Wahrheit Y der Fall ist.“ Je präziser, desto besser.
- Prüfverfahren abwarten. Kununu nimmt deine Beanstandung entgegen und prüft. Bei ernstzunehmenden Beschwerden wird die Bewertung oft erstmal offline genommen, während geprüft wird.
- Stellungnahme des Verfassers. Jetzt wird es spannend. Kununu fragt beim Verfasser nach. Der muss dann glaubhaft machen, dass seine Aussagen stimmen oder dass er wirklich Kontakt zu deinem Unternehmen hatte. Kann oder will er das nicht, fliegt die Bewertung.
- Entscheidung. Am Ende entscheidet Kununu, ob die Bewertung gelöscht wird, verändert wieder online geht oder unverändert bleibt.
Klingt nach viel Bürokratie? Ist es auch ein Stück weit. Aber genau dieser Ablauf ist deine Chance. Denn der Verfasser muss liefern, und das können viele nicht.
Die Sache mit der Anonymität, und wie Kununu wirklich prüft
Jetzt denkst du vielleicht: Wenn ich gar nicht weiß, wer das geschrieben hat, wie soll ich dann irgendwas beweisen? Verständliche Frage. Aber hier passiert etwas Cleveres im Hintergrund.
Du bekommst die Identität des Verfassers nicht zu sehen, das bleibt so. Aber Kununu selbst tritt als eine Art Vermittler auf. Wenn du eine Aussage bestreitest, muss Kununu beim Verfasser nachhaken und ihn auffordern, seine Behauptung zu untermauern. Der Verfasser muss also gegenüber Kununu glaubhaft machen, dass er wirklich bei dir gearbeitet oder sich beworben hat, etwa durch einen Arbeitsvertrag, eine Gehaltsabrechnung oder eine Einladung zum Gespräch.
Das ist der Knackpunkt. Bei einer echten Bewertung eines echten Ex-Mitarbeiters ist dieser Nachweis meist kein Problem. Aber bei einer erfundenen Rachebewertung von jemandem, der nie da war, bricht das Ganze zusammen. Der kann nichts vorlegen. Und dann muss die Bewertung runter.
Deine Aufgabe ist es, den Prozess anzustoßen und Kununu einen konkreten Grund zu geben, genauer hinzusehen. Je klarer du den Verstoß benennst, desto eher landet der Ball beim Verfasser, und desto eher fällt die Bewertung, wenn sie unberechtigt war.
Erfolgsaussichten realistisch einschätzen
Jetzt mal Butter bei die Fische. Ich will dir keinen Honig ums Maul schmieren: Nicht jede Bewertung lässt sich löschen. Es hängt stark davon ab, in welche Kategorie sie fällt. Damit du das besser einordnen kannst, hier eine ehrliche Übersicht.
| Art der Bewertung | Löschchance |
|---|---|
| Verfasser hat nie bei dir gearbeitet / war nie Bewerber | Hoch |
| Konkrete falsche Tatsachenbehauptung | Hoch |
| Beleidigung, Schmähkritik, Kraftausdrücke | Hoch |
| Betriebsgeheimnisse oder Namen von Kollegen genannt | Mittel bis hoch |
| Harte, aber sachliche Kritik ohne falsche Fakten | Gering |
| Reine Meinungsäußerung („fand ich schlecht“) | Praktisch keine |
Merk dir vor allem eins: Je klarer der Regelverstoß, desto besser deine Karten. Und je sauberer du diesen Verstoß begründest, desto höher die Chance, dass Kununu deiner Beanstandung folgt. Eine schwammige Beschwerde nach dem Motto „das ist doch alles gelogen“ bringt dich nicht weit. Eine präzise Begründung dagegen kann den Unterschied machen.
Was tun, wenn Kununu ablehnt?
Kann passieren. Kununu prüft, sieht keinen Verstoß und lässt die Bewertung stehen. Frustrierend, aber noch lange nicht das Ende.
Zuerst würde ich immer nachhaken. Frag nach, warum abgelehnt wurde, und leg nach, wenn du weitere Argumente oder Belege hast. Oft scheitert die erste Beanstandung einfach daran, dass sie zu unkonkret war. Eine zweite, besser begründete Runde kann durchaus klappen.
Wenn das nichts bringt und du überzeugt bist, dass hier klares Recht verletzt wird, also etwa eine glatte Falschbehauptung oder eine üble Beleidigung, dann kannst du den formaleren Weg gehen. Ein anwaltliches Schreiben mit einer präzisen rechtlichen Einordnung wird von Plattformen meist deutlich ernster genommen als eine Beschwerde über das normale Formular. Das kostet zwar, ist aber bei wirklich rufschädigenden Inhalten oft die Mühe wert.
Wichtig ist mir dabei ein ehrliches Wort: Bei einer bloß unschönen, aber ehrlichen Meinung wirst du auch mit Anwalt nicht weiterkommen. Kritik aushalten gehört dazu. Der Weg über den Anwalt lohnt sich nur bei echten Rechtsverstößen.
Prävention: Pflege dein Arbeitgeberprofil aktiv
Und jetzt der Teil, den die meisten unterschätzen. Die beste Verteidigung gegen einzelne Ausreißer ist kein Löschantrag, sondern ein starkes, gepflegtes Profil. Denn eine einzelne Ein-Stern-Bewertung wiegt viel weniger schwer, wenn drumherum fünfzig ehrliche, positive Stimmen stehen.
Was heißt das konkret? Vervollständige dein Arbeitgeberprofil, lade Fotos hoch, beschreib deine Kultur und deine Benefits. Und ganz wichtig: Antworte auf Bewertungen, auch auf die negativen. Eine sachliche, freundliche Antwort auf eine Kritik zeigt jedem Leser, dass dir das Feedback deiner Leute nicht egal ist. Das wirkt manchmal stärker als die Kritik selbst.
Und ermutige deine zufriedenen Mitarbeiter, ihre Erfahrung zu teilen. Nicht mit Zwang und nicht mit gekauften Fake-Bewertungen, das fliegt auf und schadet dir mehr, als es hilft. Sondern durch ein ehrliches „Hey, wenn dir die Arbeit hier gefällt, freuen wir uns über deine Stimme auf Kununu“. Zufriedene Leute schreiben nämlich seltener von sich aus als frustrierte. Ein kleiner Anstoß gleicht das aus und sorgt für ein realistisches Gesamtbild.
Häufige Fragen
Kann ich jede negative Kununu-Bewertung löschen lassen?
Nein, und das ist wichtig zu verstehen. Löschen lassen kannst du nur Bewertungen, die gegen die Richtlinien oder gegen geltendes Recht verstoßen, also Beleidigungen, falsche Tatsachen, Betriebsgeheimnisse oder Bewertungen von Leuten ohne echte Beziehung zu deinem Unternehmen. Eine harte, aber ehrliche Meinung darf stehen bleiben, auch wenn sie dir nicht gefällt.
Erfahre ich, wer die Bewertung geschrieben hat?
Nein. Die Anonymität der Verfasser bleibt gewahrt, du bekommst den Namen nicht zu sehen. Im Prüfverfahren tritt Kununu aber selbst an den Verfasser heran und fordert ihn auf, seine Aussagen zu belegen. Kann er das nicht, wird die Bewertung entfernt, ohne dass du je erfährst, wer dahintersteckte.
Wie lange dauert so ein Löschverfahren?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil es davon abhängt, wie schnell der Verfasser reagiert und wie eindeutig der Fall ist. Rechne eher in Wochen als in Tagen. Wichtig ist, dass du am Ball bleibst und nachfasst, wenn sich lange nichts tut.
Was ist der Unterschied zwischen einer Meinung und einer Tatsachenbehauptung?
Eine Meinung ist eine subjektive Einschätzung, die weder wahr noch falsch sein kann, also „Ich fand die Führung schlecht“. Eine Tatsachenbehauptung ist dagegen überprüfbar, etwa „Die haben mein Gehalt nicht gezahlt“. Falsche Tatsachenbehauptungen kannst du angreifen, reine Meinungen so gut wie nie. Diesen Unterschied zu erkennen, ist der Schlüssel für jede erfolgreiche Beanstandung.
Lohnt sich ein Anwalt für eine einzelne Bewertung?
Kommt drauf an. Bei einer bloß unschönen Meinung: nein. Bei einer klaren Falschbehauptung oder einer üblen Beleidigung, die deinem Ruf ernsthaft schadet, kann ein anwaltliches Schreiben aber deutlich mehr Druck machen als das normale Meldeformular. Für den Anfang lohnt es sich fast immer, es erst selbst über das offizielle Verfahren zu versuchen.
Selber machen statt teuer machen lassen
Du siehst: Eine unfaire Kununu-Bewertung ist kein Schicksal, das du einfach hinnehmen musst. Mit der richtigen Begründung und dem richtigen Vorgehen bekommst du eine Menge selbst hin, ohne gleich eine teure Agentur zu bezahlen.
Genau dafür gibt es den Löschlotse. Du bekommst eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung und einen Generator, der dir eine wasserdichte Löschbegründung formuliert, damit deine Beanstandung nicht im Papierkorb landet. Das Prinzip funktioniert bei Google genauso wie bei Plattformen wie Kununu. 99 € pro Jahr, ohne Agenturhonorar. Hier geht’s zum Löschlotse und du legst direkt los.
Bewertung selbst löschen – statt teurer Agentur
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